Félix Bruzzone 76

Leseprobe Anna-Seghers-Preis 2010

Die Menschen in diesen Erzählungen haben eines gemeinsam: Sie sind ohne ihre Eltern aufgewachsen, die zwischen 1976 und 1983, in den Jahren der argentinischen Militärdiktatur, »verschwunden« sind. Die Geschichten dieses jungen Autors aus Buenos Aires spielen in der Gegen­wart und sogar in der Zukunft, aber die Vergangenheit ­bildet ihren unübersehbaren Hintergrund. Kinder, Lastwagenfahrer, ­Enkel, Großmütter – alle leben sie ihr mehr oder weniger spektakuläres ­Leben. Und doch bestimmt der Schatten der Vergangenheit ihre ­Gegen­wart, manchmal ohne dass sie es merken. In Bruzzones schnörkel­loser Prosa werden sie zu Gestalten einer großen Geschichte, zur Fiktion, die vom realen Drama der Vergangenheit lebt.


In den Warenkorb legen Félix Bruzzone
76
Aus dem Spanischen von Markus Jakob
144 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 164 x 228 mm
2. Auflage
Herbst 2010
ISBN 978-3-937834-39-9
EUR 19,00


Félix Bruzzone
wurde 1976 in Buenos Aires geboren. Er wurde von der Tageszeitung »Clarin« zu einem der zehn wichtigsten Autoren des vergangenen Jahrzehnts... mehr



Rezensionen:


»Einer der wichtigsten Schriftsteller Argentiniens.«

Thomas Aders, ARD Tagesthemen

»Der überragende Autor der jüngeren Generation. Vielleicht gehören seine Erzählungen auch deshalb zum Besten, was die junge Argentinische Literatur zurzeit zu bieten hat: weil sie erzählt werden müssen. Weil man spürt, dass dieser Autor aus einer unbedingten
Notwendigkeit heraus erzählt, und dabei sein Handwerk beherrscht«

Leonie Meyer-Krentler, Die Zeit (Zeit Online)

»Félix Bruzzone ist die große Entdeckung der argentinischen Literaturszene. ... Er hat eine Perspektive zu bieten, die es so noch nicht gab: ein Kind von Verschwundenen, das seine persönliche Suche nach Identität zum Thema seiner Fiktion macht.«

Daniel Sander, Der Spiegel (KULTUR Spiegel)

»Bruzzone beherrscht ein sensationelles Repertoire an erzählerischen Techniken. ... Es wäre falsch, würde man diesen Erzählband nur wegen des Was würdigen, denn gerade das Wie steht in der besten argentinischen Literaturtradition.«

Valentin Schönherr, WOZ

»76 – schon diese als Titel dienende Chiffre des Erzählungsbandes stimmt ein auf dessen Stil, auf Schnörkellosigkeit und Knappheit.«

Jörg Plath, arte.tv (Buchtipp der Woche)

»Die intensiven Geschichten von Félix Bruzzone klingen lange nach: Sie sind tragisch und von einer tiefen Trauer durchtränkt. Und doch scheint in ihnen auf ergreifende Art der Glaube an das Menschsein auf.«

Claus-Ulrich Bielefeld, RBB Kulturradio

»Bruzzone führt diese Aufgabe der Nachforschung literarisch und psychologisch sehr feinfühlig und wirklichkeitsverbunden aus, Markus Jakob überträgt seine Sätze ebenso.«

Ulrike Frenkel, Stuttgarter Zeitung

»Der Ton der Erzählungen ist provozierend leicht und umso bedrückender wenn der kleine Ich-Erzähler in »Haus am Strand« vom Sommerurlaub und vom Streit mit seinem Cousin erzählt und man en passant erfährt, dass beider Mütter »verschwunden« sind, für immer.«

Stuttgarter Nachrichten

»Herausragende Kurzgeschichten.«

arte Metropolis

»Mit der deutschen Übersetzung von »76« gehörte Félix Bruzzone als Autor zu den Stars der diesjährigen Frankfurter Buchmesse.«

Sebastian Schoepp, Süddeutsche Zeitung

»Vielleicht liegt Bruzzone literarisch über den anderen jungen [argentinischen] Autoren, weil er auch etwas zu sagen hat.«

Erich Hackl, Österreichischer Rundfunk

»In Bruzzones hochverdichteter Prosa geht es nicht um die Gewalt selbst, sondern darum, wie sich deren kollektive Erfahrung postum in den Alltag frisst, bis in die feinsten Kapillaren – und wie man sich ihrer Zerstörungskraft entzieht, um zu überleben. Wahrhaft gefährlicher Stoff und (...) von universaler Wirkmacht.«

Pieke Biermann, DeutschlandRadio Kultur

»So unterschiedlich der Umgang seiner Figuren mit der Vergangenheit ist, so facettenreich ist Bruzzones Sprache. ... Das Buch zeichnet ein bewegendes Portrait einer ganzen Generation ... und zählt zweifellos zu den wichtigsten Büchern des Argentinien-Schwerpunktes auf der Frankfurter Buchmesse.«

Anna Dumange, Junge Welt

»Spannend, voller unerwarteter Wendungen und über den ganzen Band hinweg exzellent geschrieben, mit der Fähigkeit, viele verschiedene Konstellationen glaubwürdig darstellen zu können.«

Valentin Schönherr, Lateinamerika Nachrichten

»Ergreifend. Die Geschichten spielen in der Gegenwart, aber die Vergangenheit wirft ihre Schatten.«

Madame

»Bestechende Geschichten aus dem ganz gewöhnlichen Alltag einer beschädigten Generation.«

Vorwärts

»Bruzzone regt dazu an, die Ereignisse von damals und ihre gesellschaftlichen Folgen rational zu überdenken, weil er sie aus größerer Distanz betrachtet.«

Eva Karnofsky, Deutschlandfunk

»Das immer noch arme Lateinamerika ist reich an Literatur, üppig bestückt mit den Wortmächtigen, die aus der Sprachlosigkeit der Armut und der Unterdrückung Epen der Wirklichkeit destillieren, die niemanden, der ein Herz hat, unberührt lassen. Félix Bruzzone gehört fraglos dazu.«

U. Gellermann, Rationalgalerie

»Das sind sehr einprägsame Erzählungen von Félix Bruzzone, der sich mit dieser eigenen Vergangenheit irgendwie auseinandersetzt, die Suche, immer die Suche, was kann man noch herausfinden.«

Michi Strausfeld, DeutschlandRadio Kultur

»Die große Entdeckung der Literaturszene Argentiniens.«

B.Z.

»Erschütternd.«

Britta Heidemann, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

»»76« wird alle Leser bewegen.«

Buchhändler heute

»An der Oberfläche von einem normalen Alltag in der Gegenwart geprägt, verknüpft Bruzzone die einzelnen Lebensgeschichten zu einer kunstvollen und gänzlich unprätentiösen Fiktion, in der der Schatten dieser traumatischen Erfahrung jedoch stets spürbar ist.«

Matthias Eichardt, Stadtmagazin 07

»Ganz unpathetisch erzählt Bruzzone von der allgegenwärtigen Abwesenheit, lakonisch, leicht, davon, wie das politische Jahr »76« den argentinischen Alltag bis heute prägt.«

Andrej Klahn, K.WEST