María Sonia Cristoff Unbehaust

Was Menschen mit Tieren machen

Leseprobe Liebe ist schön. Aber jeden Morgen Punkt drei Uhr durch die Wände erlauscht, wird sie eine tierische Zumutung: Am Ende muss man fliehen, um woanders zu schlafen. In der U-Bahn, im Café oder auf einer Bank im Zoo. Im Angesicht der Tiere. Dort, im Halbschlaf, sind María Sonia Cristoff diese tiefen, hinterlistigen Gedanken über Mensch und Tier eingefallen: Nachforschungen, Verdachtsmomente, Überlegungen zum Alltag der Zootiere und zum Alltag der Städtebewohner. Dies ist ein federleichtes, sehr ironisches Buch, getragen von großer Liebe zu den Tieren, mit denen der Mensch so viel Schlimmes anstellt, ohne sich viel dabei zu denken. Würden sie sich an all das erinnern – wie manch Elefant oder Löwe in Afrika –, es bliebe kein Stein auf dem anderen und wir wären vom Aussterben bedroht.


María Sonia Cristoff
Unbehaust
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
96 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 164 x 228 mm
Frühjahr 2012
ISBN 978-3-937834-52-8
EUR 20,00


María Sonia Cristoff
geboren 1965 in Trelew, Patagonien, studierte Literatur in Buenos Aires, wo sie auch heute lebt. Ihre Beiträge erscheinen in verschiedenen... mehr

Peter Kultzen
wurde 1962 in Hamburg geboren und lebt als freier Lektor und Übersetzer aus dem Spanischen und Portugiesischen in Berlin. 1994 und 2011 erhielt er... mehr



Rezensionen:


»María Sonia Cristoff besucht die Tiere, wie Ismael, der Erzähler des Moby Dick zur See fährt: als Rettung aus dunklen Zuständen. [...] Sehr skeptisch, nie schlecht gelaunt.«

Stephan Speicher, Süddeutsche Zeitung

»María Sonia Cristoff, die argentinische Meisterin der Reportage, hält uns hinterlistig den Spiegel vor, mit Spott und Selbstironie und einer sprachlichen Eleganz, die dem Wimpernschlag der Gazellen gleicht.«

Andreas Breitenstein, Neuer Zürcher Zeitung

»Dieses Buch ist das Ergebnis einiger schlafloser Nächte einer wichtigen argentinischen Autorin, einer Autorin mit leichter Hand und großem Herzen, die selbst auf einer Bank im Zoo noch das Kunstwerk vollbringt, ihre Leser zu fesseln.«

Bettina Baltschev, MDR Figaro

»Die Journalistin María Sonia Cristoff ist in Argentinien für ihre nachdenklichen, sehr persönlichen und sprachlich geschliffenen Essays bekannt. Ihre Ironie, ihre Melancholie, ihre Zweifel an der Spezies Mensch sowie Cristoffs Art, die Erforschung der eigenen Seele mit dem Leser zu teilen, spiegeln die Stimmung, das Lebensgefühl von Buenos Aires wider.«

Eva Karnofsky, SWR2

»Diese flüchtigen Porträts von Zootieren und Stadtmenschen sind mit milder Satire und sprachlicher Eleganz verfasst: punktgenaue Spitzen, mit der Feinfühligkeit einer hochreflektierten Neurotikern gesetzt.«

Katharina Döbler, Deutschlandradio Kultur

»Die zehn Kapitel […] sind wie ein langer Seufzer, aber auch ein ärgerliches Faust-auf-den-Tisch-hauen.«

Regula Freuler, NZZ am Sonntag

»Es gibt unterhaltsame Bücher, die ihr Thema nicht frontal angehen, sondern umkreisen, um sich dann scheinbar wieder davon zu entfernen [...]. So ein Kunststück ist María Sonia Cristoff gelungen.«

Stefanie Holzer, Wiener Zeitung

»Leichte, eindrucksvolle Texte, die man nicht unbedingt in Schönbrunn lesen muss.«

Peter Pisa, Kurier (Wien)