Das Cover von Czernowitz
Helmut Böttiger
Czernowitz
Stadt der Zeitenwenden

Dreimal ist Helmut Böttiger während der letzten dreißig Jahre nach Czernowitz gereist, in die Stadt am östlichen Rand der alten Habsburgermonarchie, heute eine Stadt im Westen der Ukraine – und längst ein mythischer Ort. Immer lagen gut zehn Jahre zwischen diesen Reisen, und jedes Mal hatte sich die Stadt verändert: von einem aus sowjetischem Tiefschlaf erwachten Vielvölker-Labor brutaler Umsiedlungspolitik zum Schauplatz der Orangenen Revolution. Und schließlich zu einer Stadt in der neuen, sich ihrer Eigenständigkeit und eigenen Sprache bewussten Ukraine, die sich gegen den mörderischen Zugriff der alten Besatzer verteidigen muss. Nicht nur ihre jüdischen Wurzeln hat die Stadt neu entdeckt. Helmut Böttiger ist auch den Spuren der Literatur gefolgt. Von Paul Celan bis zu den Autorinnen und Autoren der modernen Ukraine, die sehnsüchtig nach Westen blickt und vom Osten nicht loskommt.

88 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 134 × 200 mm
Auch als e-Book erhältlich
ISBN: 978-3-949203-71-8
Autor

Helmut Böttiger

Helmut Böttiger, geboren 1956, studierte Germanistik und Geschichte in Freiburg. Seit 2002 arbeitet er als freier Autor, Literaturkritiker und Essayist. 2013 erhielt er für sein Buch »Die Gruppe 47« den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Sachbuch. Im Wallstein Verlag veröffentlichte er »Celan am Meer« (2017) und gab »Doppelleben. Literarische Szenen aus Nachkriegsdeutschland« (2009) sowie »Geistesgegenwärtig. Szenen einer deutschen Kulturgeschichte« (2015) heraus. Zuletzt erschien »Die Jahre der wahren Empfindung. Die 70er – eine wilde Blütezeit der deutschen Literatur« (2021).

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EUR 22,00

Rezensionen

»Inflationärer Gebrauch nutzt das Modewort ›Zeitenwende‹ gerade ab, doch Helmut Böttigers Buch über das ukrainische Czernowitz gibt dem Begriff seine Prägnanz wieder. (…) Man hat diese so kundigen wie verstörenden Essays schnell durchgelesen, doch gibt es kaum ein besseres Buch über das, was in der Ukraine gerade auf dem Spiel steht.«

DIRK SCHÜMER, WELT AM SONNTAG

»Böttiger ist (…) ein feiner Beobachter.«

PAUL JANDL, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

»Einen radikal subjektiven Blick, der in großem (literarischen) Wissen gründet, wirft Helmut Böttiger auf Czernowitz«

MICHAEL SCHLEICHER, MÜNCHNER MERKUR

»(...) ein anregendes Buch«

BETTINA SCHULTE, BADISCHE ZEITUNG

»Sachbuch des Monats September 2023«

ANDREAS WANG, RBB KULTUR

»Es entsteht ein nostalgisch und schwermütig verklärter Blick auf Osteuropa: endlose Felder durch das Autofenster; aber zugleich Korruption, Strukturschwäche und darüber eine nicht immer greifbare Gemütlichkeit. Czernowitz ist bei Böttiger auch ein literarischer Erinnerungsort, auf einnehmende Weise zeigt er, wie ukrainische Künstler heute mit ihrer Sprache umgehen und sich literarisch von Russland abgrenzen.«

LUCA VAZGEC, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Der [Reiz] entsteht vielmehr daraus, dass es sich nicht um ein trockenes Sachbuch, sondern um eine persönlich gefärbte Mischung aus Reisebericht, Literaturgeschichte und zeitgeschichtlicher bzw. politischer Reportage handelt«

GÜNTER RINKE, LITERATURKRITIK.DE

»In den Kriegsmeldungen aus der Ukraine taucht Czernowitz an der Grenze zu Rumänien bislang nicht als Angriffsziel der russischen Armee auf. Über hunderttausend Binnenflüchtlinge beherbergt aktuell die Stadt, und der deutsche Publizist und Literaturpreisträger Helmut Böttiger setzt die aktuelle Lage ans Ende seines im klassischen Reisereportage-Stil abgefassten, ausgesprochen lesenswerten Textes ›Czernowitz – Stadt der Zeitenwende‹.«

LUXEMBURGER TAGEBLATT

»Helmut Böttiger hat ein stilles und sehr genaues Buch geschrieben, dem eine Art Fortsetzung gewiss zu wünschen wäre«

Marko Martin, Jüdische Allgemeine

»In den Kriegsmeldungen aus der Ukraine taucht Czernowitz an der Grenze zu Rumänien bislang nicht als Angriffsziel der russischen Armee auf. Über hunderttausend Binnenflüchtlinge beherbergt aktuell die Stadt, und der deutsche Publizist und Literaturpreisträger Helmut Böttiger setzt die aktuelle Lage ans Ende seines im klassischen Reisereportage-Stil abgefassten, ausgesprochen lesenswerten Textes ›Czernowitz – Stadt der Zeitenwende‹.«

Thomas Koppenhagen, Luxemburger Tageblatt

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