Das Cover von Die Nacht der Physiker
Richard von Schirach
Die Nacht der Physiker
Heisenberg, Hahn, Weizsäcker und die deutsche Bombe

Im Frühjahr 1945 verhafteten die Amerikaner die deutsche Physiker-Elite um Heisenberg, Hahn und Weizsäcker und internierten sie auf einem englischen Landsitz. Dort erfuhren die Wissenschaftler vom Abwurf der Hiroshima-Bombe. Neben der globalen Katastrophe war dies auch eine persönliche Niederlage, denn bis dahin waren die Forscher überzeugt, dass nur sie das Geheimnis der Kernspaltung kannten. Spannend wie einen Thriller erzählt Richard von Schirach, wie es kam, dass Nazideutschland am Ende in einem süddeutschen Weinkeller fast noch in den Besitz einer Uranbombe gekommen wäre. Er erzählt von Superstars, die nach Weltformeln suchten und sich in beiden Weltkriegen in deutsche Kriegsverbrechen verstricken ließen. Ein Drama von Genialität, Hybris, Naivität und Schuld, wie es sich nur in Deutschland zutragen konnte. Richard von Schirach ist als Autor dafür berufen wie wenige.

Mit einem Nachwort von Heinrich von Berenberg
Veränderte Ausgabe im Paperback
320 Seiten ˑ Abbildungen ˑ Klappenbroschur ˑ 120 x 183 mm
Erscheint am 27. August 2024
ISBN: ISBN 978-3-949203-94-7
Autor

Richard von Schirach

Richard von Schirach, geboren 1942 in München, gestorben 2023 in Garmisch-Partenkirchen, war Sinologe. Seine Autobiographie »Der Schatten meines Vaters« erschien 2005 im Hanser Verlag. Die unter dem Titel »Ich war Kaiser von China« erschienene Autobiographie des letzten ­chinesischen Kaisers Pu Yi hat er aus dem Chinesischen übersetzt.

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EUR 20,00

Rezensionen

»Ein packendes Wissenschaftsdrama.«

Oliver Prohlmann, Der Standard

»Richard von Schirach gelingt es in seinem Buch, jener Nacht neue Aspekte abzugewinnen, in der sich zehn deutsche Physiker ihrer eigenen Unzulänglichkeit bewusst wurden: der Nacht von Hiroshima.«

Michael Schmitt, Deutschlandfunk

»Von Schirachs Werk ist angenehme Lektüre, frisch, spannend, unterhaltsam.«

Uwe Stolzmann, Deutschlandradio Kultur

»Dieses außerordentlich genaue Buch hält sich an das Belegbare. Gut geschrieben ist noch dazu.«

Max Bronksi, Im Schusswechsel-Interview

»R. v. Schirach ist es hervorragend gelungen, biographische Notizen, markante Persönlichkeitsmerkmale, wissenschaftliche Leistungen, politische Ambitionen und Visionen dieser ›zehn Physiker‹ mit Wendepunkten der Politik, mit Wahnvorstellungen im Dritten Reich, mit tragischen menschlichen Problemen und mit dem Leiden von Tausenden und Abertausenden Menschen zu verknüpfen.«

Gottfried Kleinschmidt, Naturwissenschaftliche Rundschau

»[K]lug, elegant und lehrreich.«

Main-Echo

»[Richard von Schirach] zeigt auf diese Weise eindringlich die Unmöglichkeit Wissenschaft von den Menschen, die diese Wissenschaft betreiben zu trennen.«

Elke Engelhardt, Fixpoetry

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