Das Cover von Lockruf des Westens
Pankaj Mishra
Lockruf des Westens
Modernes Indien

Kaum ein Land ist wie Indien hin und hergerissen zwischen den vermeintlichen Segnungen des Westens und traditionsbewusstem Beharren. Pankaj Mishra kommt aus diesem Zauberreich – er liebt sein Land und kennt die Welt. Seit vielen Jahren schreibt er für internationale Zeitungen und Zeitschriften über die kulturelle und politische Aura des Subkontinents und seiner Nachbarn. Die vier autobiographischen Kapitel dieses Buchs enthalten die Zerreißprobe, mit der Indien auch die Welt in Atem hält. Soll es Benares sein, am Ganges, dort, wo die Hindus ihre Toten verbrennen? Allahabad, Heimat der Nehrus und Gandhis und Geburtsstätte der größten Demokratie der Erde? Ayodhya, Zankapfel zwischen Moslems und Hindu-Fanatikern? Oder Bombay und Bollywood, schrilles Schaufenster zum Westen, das sich doch nur in Indien öffnet?

Aus dem Englischen von Matthias Wolf
Originalausgabe: Temptations of the West: How to be Modern in India, Pakistan and Beyond
208 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 164 x 228 mm
ISBN: 978-3-937834-49-8
Autor

Pankaj Mishra

Pankaj Mishra, geboren 1969 in Nordindien, schreibt seit über zehn Jahren regelmäßig für die »New York Review of Books«, den »New Yorker« und den »Guardian« über den indischen Subkontinent, über Afghanistan und China. Er gehört zu den großen Intellektuellen des modernen Asien und hat zahlreiche Essays in »Lettre International« und »Cicero« veröffentlicht; auf Deutsch sind darüber hinaus der Roman »Benares oder Eine Erziehung des Herzens« (2001; seit 2008 unter dem Titel »Die Romantischen«) und der Essayband »Lockruf des Westens. Modernes Indien« (2011) erschienen. Pankaj Mishra war u. a. Gastprofessor am Wellesley College und am University College London. Für sein Buch »Aus den Ruinen des Empires« (2013, S. Fischer) erhielt er 2014 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Bei S. Fischer sind von ihm außerdem »Begegnungen mit China und seinen Nachbarn« (2015), »Das Zeitalter des Zorns. Eine Geschichte der Gegenwart« (2017) und zuletzt »Freundliche Fanatiker. Über das ideologische Nachleben des Imperialismus« (2021) erschienen. Er lebt abwechselnd in London und in Mashobra, einem Dorf am Rande des Himalaya.

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Übersetzer

Matthias Wolf

Matthias Wolf, 1946 in Berlin geboren, ist seit 1968 als Übersetzer tätig. Zu seinen Autoren gehören u. a. Jean-Paul Sartre, Marc Bloch, Jacques Le Goff, Peter Burke und Pablo Picasso. Für den Berenberg Verlag übersetzte er die Churchill-Essays von David Cannadine, »La Grande Thérèse« von Hilary Spurling, »Majakowskis letzte Liebe« von Francine du Plessix Gray, »Havanna im Spiegel« von Alma Guillermoprieto und zuletzt »Lockruf des Westens« von Pankaj Mishra.

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EUR 24,00

Rezensionen

»Mishra erzählt [...] kenntnisreich und pointiert.«

CLAUDIA KRAMATSCHEK, NEUE ZÜRCHER ZEITUNG

»Das beste Buch in der Fülle der Indien-Literatur: Pankaj Mishra ist ein Autor, dem man sich vorbehaltlos anvertrauen kann, wenn es um Indien geht.«

MARTIN KÄMPCHEN, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»Mishras essayistische Reportagen zeigen auf eindringliche Weise den Hindufundamentalismus als eine gelebte moderne Mittelschichtsfantasie, die aber an der Mehrheit der 800 Millionen Inder, die sich durch diese Politik gedemütigt fühlen, ihre Grenze hat.«

DETLEV CLAUSSEN, DIE TAGESZEITUNG

»Anschaulich und informativ. Es ist hilfreich, diese Reportagen zu lesen, wenn man verstehen will, wie sich das riesige Land entwickelt.«

MANUELA REICHART, DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

»Nicht zuletzt durch die literarisch anspruchsvolle Übersetzung von Matthias Wolf ein äußerst kundiges und kluges Indien-Buch.«

SALLI SALLMANN, RBB KULTURRADIO

»Eine angenehme Verquickung aus Reiseerzählung, politischer Betrachtung und Interpretation. ... Unbedingt lesen!«

FRANÇOISE HAUSER, INASIEN

»In hervorragender Weise beleuchten diese Essays die teilweise sehr widersprüchlichen Zustände im heutigen Indien. [Den] Wandel und die daraus entstandenen Verwerfungen auf so exzellente Weise darzulegen, ist das große Verdienst des Autors.«

THOMAS VÖLKNER, HAMBURGER LOKALRADIO

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