Das Cover von Nationalismus
Rabindranath Tagore
Nationalismus

»Die Nation ist der organisierte Eigennutz eines ganzen Volkes, jener Zug an ihm, der am wenigsten menschlich ist.«

Rabindranath Tagores Reden über den ­Nationalismus sind hundert Jahre alt, aber fast taufrisch. Mit ihnen protestierte Indiens Nobelpreisträger gegen »den Westen« und seine Neigung, dem Rest der Welt das eigene Gesellschafts- und ­Wirtschaftsmodell als alternativlos zu verkaufen. Hier wird alles verhandelt: das eigensüchtige Konstrukt von hinter ihren Grenzen verschanzten Nationen, ihre Gier, ihr Rassismus ­gegenüber vermeintlich minderwertigen Völkern, denen man alles nehmen darf. Auch hundert Jahre später lesen sich diese ­Ansprachen als ein Manifest, mit dem Tagore den Seinen zurief: »Empört Euch!«

Aus dem Englischen von Joachim Kalka
Mit einem Vorwort von Pankaj Mishra
Originaltitel: Nationalism
120 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 134 × 200 mm
Auch als e-Book erhältlich
ISBN: 978-3-946334-60-6
Autor

Rabindranath Tagore

Rabindranath Tagore, geboren 1861 in Kalkutta (Indien), wo er 1941 auch starb. Tagore, der vor allem für seinen Gedichtband »Gitanjali« 1913 als erster Nicht-Europäer den Literaturnobelpreis erhielt, gilt als wichtigster Revolutionär der bengalischen Literatur und Kultur.

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Urheber

Joachim Kalka

Joachim Kalka, geboren 1948, lebt als Autor, Kritiker und Übersetzer in Leipzig. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verlieh ihm 1996 für sein Übersetzungswerk – insbesondere für die Übertragungen der Romane von Gilbert Sorrentino – den Johann-Heinrich-Voß-Preis und wählte ihn 1997 zum Mitglied. 2009 nahm ihn die Bayerische Akademie der Schönen Künste auf. Neben zahlreichen Übersetzungen für den Berenberg Verlag übertrug er Werke von Angela Carter, Guillermo Cabrera Infante, Arthur Machen, Peter Matthiessen, Martin Amis, Russell Hoban, Gilbert Sorrentino und Jean-Noël Pancrazi. Außerdem erschienen bei Berenberg mehrere seiner Essaybände, zuletzt »Schatten und Schnee« (2022).

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Mit einem Vorwort von

Pankaj Mishra

Pankaj Mishra, geboren 1969 in Nordindien, schreibt seit über zehn Jahren regelmäßig für die »New York Review of Books«, den »New Yorker« und den »Guardian« über den indischen Subkontinent, über Afghanistan und China. Er gehört zu den großen Intellektuellen des modernen Asien und hat zahlreiche Essays in »Lettre International« und »Cicero« veröffentlicht; auf Deutsch sind darüber hinaus der Roman »Benares oder Eine Erziehung des Herzens« (2001; seit 2008 unter dem Titel »Die Romantischen«) und der Essayband »Lockruf des Westens. Modernes Indien« (2011) erschienen. Pankaj Mishra war u. a. Gastprofessor am Wellesley College und am University College London. Für sein Buch »Aus den Ruinen des Empires« (2013, S. Fischer) erhielt er 2014 den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Bei S. Fischer sind von ihm außerdem »Begegnungen mit China und seinen Nachbarn« (2015), »Das Zeitalter des Zorns. Eine Geschichte der Gegenwart« (2017) und zuletzt »Freundliche Fanatiker. Über das ideologische Nachleben des Imperialismus« (2021) erschienen. Er lebt abwechselnd in London und in Mashobra, einem Dorf am Rande des Himalaya.

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EUR 22,00

Rezensionen

»Rabindranath Tagore über den Nationalismus nachgedacht. Seine neu auf Deutsch erschienenen Reden sind von beunruhigender Aktualität.«

SIEGLINDE GEISEL, REPUBLIK

»Heute ist sein Ruhm verblasst, umso verdienstvoller ist die elegant übersetzte, schön gestaltete Neuausgabe von Joachim Kalka im Berenberg Verlag.«

GUSTAV SEIBT, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

»Im Buch ›Nationalismus‹ sind drei von Tagores Reden festgehalten, die er 1916 in den USA und Japan gehalten hatte. Sie erscheinen auch heute noch aktuell.«

G GESCHICHTE

»Tagore hat feine Antennen für politische und kulturelle Verschiebungen und Umschwünge.«

JÜRGEN OSTERHAMMEL, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

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