Das Cover von Neros Mütter
Birgit Schönau
Neros Mütter
Julia und die Agrippinas. Drei Frauenleben im alten Rom

Die Leichtlebige (Julia). Das Mannweib (Agrippina die Ältere). Die Herrschsüchtige (Agrippina die Jüngere): Die krassen Vorurteile der Nachwelt über Mutter, Großmutter und Urgroßmutter von Nero haben sich gut gehalten. Dabei waren die Frauen der Kaiserdynastie selbstbewusste Rollenmodelle der Emanzipation vor 2000 Jahren. Sie waren hochgebildet und steinreich, ritten über die Alpen und segelten auf dem Nil, empfingen Könige und kommandierten Soldaten. Dass Neros Mütter selbst Macht ausüben wollten, wurde ihnen zum Verhängnis – sie wurden von den Männern ihrer Familie verbannt und ermordet, von der Geschichtsschreibung vergessen oder verdammt. Birgit Schönau schreibt die Biografien der drei Frauen neu und beweist, dass der Kampf um weibliche Selbstbestimmung so alt ist wie Europa.

344 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 134 × 200 mm
Mit Zeittafel und Stammbaum
Auch als e-Book erhältlich
ISBN: 978-3-946334-81-1
Autorin

Birgit Schönau

Birgit Schönau, geboren 1966, war viele Jahre Italienkorrespondentin für Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung. Zu ihren Buchveröffentlichungen zählen u. a. »Circus Italia« (2011), »Gebrauchsanweisung für Rom« (2016), und bei Berenberg »La Fidanzata – Juventus, Turin und Italien« (2018) und »Neros Mütter. Julia und die Agrippinas. Drei Frauenleben im alten Rom« (2021). Sie lebt in Rom und Soest.

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EUR 25,00

Rezensionen

»Ein aufregendes Buch, sehr gut geschrieben, spannende Lektüre auch für Nicht-AlthistorikerInnen.«

MANUELA REICHART, WDR3

»Drei interessante und spannende Portraits bietet die Autorin den Lesern. Sie schildert aber nicht nur die drei weiblichen Protagonisten. Sie beschreibt auch die Geschichte Roms und der fünf mächtigsten Männer jener Zeit: Augustus, Tiberius, Caligula, Claudius und Nero. Ein Buch nicht nur für Geschichteinteressierte und Liebhaber des alten Roms, sondern vor allem für jene, denen die Rolle der Frau in der Entwicklung unserer Geschichte wichtig ist.«

NICOLETTA DE ROSSI, SONOITALIA

»Viele Thesen und Korrekturen der Hobbyhistorikerin Schönau sind nur eine Frage der Interpretation der Quellen. Und Überlieferungen wie die Mär vom Gift-Pilz einfach zu schön, um in den Papierkorb der Geschichte zu wandern.«

REINHARD KALB, NÜRNBERGER NACHRICHTEN

»Klug und gewitzt rollt Birgit Schönau die großen Kriminalfälle um die kaiserlichen Frauen noch einmal neu auf, um ihnen 2000 Jahre später die Gerechtigkeit eines korrigierten Porträts widerfahren zu lassen. Antrag auf Neubeurteilung also: Stattgegeben!«

SEBASTIAN FUCHS, DIE LITERARISCHE WELT

»Die drei Mütter Neros erscheinen hier plausibel als Opfer eines unmöglichen Systems. Ein gut geschriebenes Sachbuch.«

UWE WALTER, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

»In ›Neros Mütter‹ zeigt Birgit Schönau mit leichter Feder und in gründlicher Analyse der antiken Quellen die Wahrheit des von Uvo Hölscher geprägten Satzes, die Antike sei für uns ›das nächste Fremde‹. Und sie tut dies ohne bemühte Aktualisierungen oder schwärmerische Beschwörung des Klassischen.«

CLEMENS KLÜNEMANN, NZZ

»Ein überfälliges Buch.«

DER SPIEGEL

»Die Journalistin Birgit Schönau lenkt den Blick auf die einflussreichen Frauengestalten der frühen römischen Kaiserzeit – und malt ein Bild von Macht und Ohnmacht zugleich. Besonders interessant: das undurchdringliche Dickicht dynastischer Heiratspolitik.«

DEUTSCHLANDFUNK KULTUR

»Schönaus Leser:innen laufen Gefahr, sie im Dickicht römischer Namensgebung und unübersichtlicher Verwandtschaftsbeziehungen zu verlieren. Doch wer sich darin orientiert, für den ist die Lektüre ein Gewinn.«

ANDREAS AUSTILAT, DER TAGESSPIEGEL

»Die Autorin kombiniert die üblichen Quellen (die Sekundärliteratur nimmt sie ganz selten herein) mit einer gewissermaßen heutigen Sicht der Dinge, die in Frauen letztlich immer Männeropfer sehen möchte – und wenn Frauen sich gegen die Mächtigen wehrten, wurden sie von den Männern erst recht vernichtet. Was natürlich auch wieder stimmt … Aber klar ist auch, dass ›Neros Mütter‹ sich nichts gefallen ließen und bis zum letzten Atemzug gekämpft haben.«

RENATE WAGNER, ONLINE MERKER

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