Birgit Schönau Neros Mütter

Julia und die Agrippinas. Drei Frauenleben im alten Rom

Leseprobe Die Leichtlebige (Julia). Das Mannweib (Agrippina die Ältere). Die Herrschsüchtige (Agrippina die Jüngere): Die krassen Vorurteile der Nachwelt über Mutter, Großmutter und Urgroßmutter von Nero haben sich gut gehalten. Dabei waren die Frauen der Kaiserdynastie selbstbewusste Rollenmodelle der Emanzipation vor 2000 Jahren. Sie waren hochgebildet und steinreich, ritten über die Alpen und segelten auf dem Nil, empfingen Könige und kommandierten Soldaten. Dass Neros Mütter selbst Macht ausüben wollten, wurde ihnen zum Verhängnis – sie wurden von den Männern ihrer Familie verbannt und ermordet, von der Geschichtsschreibung vergessen oder verdammt. Birgit Schönau schreibt die Biografien der drei Frauen neu und beweist, dass der Kampf um weibliche Selbstbestimmung so alt ist wie Europa.


Birgit Schönau
Neros Mütter
344 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 134 × 200 mm
Mit Zeittafel und Stammbaum
Auch als E-Book erhältlich
Frühjahr 2021
ISBN 978-3-946334-81-1
EUR 25,00


Birgit Schönau
geboren 1966, war viele Jahre Italienkorrespondentin für Die Zeit und die Süddeutsche Zeitung. Zu ihren Buchveröffentlichungen zählen u. a. »Circus... mehr



Rezensionen:


»In ›Neros Mütter‹ zeigt Birgit Schönau mit leichter Feder und in gründlicher Analyse der antiken Quellen die Wahrheit des von Uvo Hölscher geprägten Satzes, die Antike sei für uns ›das nächste Fremde‹. Und sie tut dies ohne bemühte Aktualisierungen oder schwärmerische Beschwörung des Klassischen.«

Clemens Klünemann, NZZ

»Ein überfälliges Buch.«

Der Spiegel

»Die Journalistin Birgit Schönau lenkt den Blick auf die einflussreichen Frauengestalten der frühen römischen Kaiserzeit – und malt ein Bild von Macht und Ohnmacht zugleich. Besonders interessant: das undurchdringliche Dickicht dynastischer Heiratspolitik.«

Deutschlandfunk Kultur

»Schönaus Leser:innen laufen Gefahr, sie im Dickicht römischer Namensgebung und unübersichtlicher Verwandtschaftsbeziehungen zu verlieren. Doch wer sich darin orientiert, für den ist die Lektüre ein Gewinn.«

Andreas Austilat, Der Tagesspiegel

»Die Autorin kombiniert die üblichen Quellen (die Sekundärliteratur nimmt sie ganz selten herein) mit einer gewissermaßen heutigen Sicht der Dinge, die in Frauen letztlich immer Männeropfer sehen möchte – und wenn Frauen sich gegen die Mächtigen wehrten, wurden sie von den Männern erst recht vernichtet. Was natürlich auch wieder stimmt… Aber klar ist auch, dass ›Neros Mütter‹ sich nichts gefallen ließen und bis zum letzten Atemzug gekämpft haben.«

Renate Wagner, Online Merker