Lina Meruane Heimkehr ins Unbekannte

Unterwegs nach Palästina

Leseprobe »Im Kopf werfe ich eine Münze: Falls mich eine Einladung nach Europa führt, werde ich die Reise auf eigene Faust gen Osten ausdehnen.« Die Einladung kam, und die in New York lebende Chilenin Lina Meruane fuhr erstmals in die Heimat ihrer palästinensischen Großeltern, ins heutige Israel. Der Bericht über ihre Reisen in die eigene Vergangenheit ist ein gedankensprühender Kommentar zu einem zunehmend weltbewegenden Problem: Warum wird es immer komplizierter, die Fragen »Wo kommst du her? Wer bist du?« eindeutig zu beantworten? Ausgerechnet in Israel, so hat es Lina Meruane am eigenen Leib erfahren, haben mehr als anderswo rassische, genetische, physiognomische Zuschreibungen Einzug gehalten in den Alltag der Menschen. Ein Buch darüber, wer man zu sein glaubt, und welche politisch wirksamen Täuschungen damit verbunden sind.


Lina Meruane
Heimkehr ins Unbekannte
Aus dem Spanischen von Susanne Lange
208 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 134 × 200 mm
Frühjahr 2020
ISBN 978-3-946334-68-2
EUR 24,00


Lina Meruane
geboren 1970 in Santiago de Chile, zog 2000 nach New York, wo sie an der New York University Literatur und Kreatives Schreiben unterrichtet. 2017... mehr

Susanne Lange
geboren 1964 in Berlin, lebt in Berlin und Barcelona. Sie übersetzte u.a. Federico García Lorca, Octavio Paz, Juan Rulfo und Javier Marías. Neben... mehr



Rezensionen:


»Ein starkes, noch dazu notwendiges Stück Literatur.«

Ralph Hammerthaler, Süddeutsche Zeitung

»Die Lektüre dieses Buches ist eine herausragende Möglichkeit oder Einladung zur Selbstbefragung, zum Nachdenken.«

Michi Strausfeld, literaturkritik.de

»Lina Meruane stellt auf ihrer geistreichen Suche nach dem eigenen Ursprung viele Gewissheiten in Frage und findet neue Aspekte ihrer Identität in der Zerrissenheit Palästinas. Dabei fasziniert sie den Leser erneut mit ihrer brillanten Sprache.«

Peter B. Schumann, SWR2 lesenswert Kritik

»Es ist Lina Meruanes literarische Spezialität, politische, historische und emotionale Themen in körperlichen Phänomenen zu spiegeln.«

Katharina Döbler, Deutschlandfunk Kultur

»Ihr [Meruane] geht es um die verstärkten digitalen Überwachungsanstrengungen überall auf der Welt, um die politischen Täuschungen und Selbsttäuschungen, die vielen das Leben erschweren.«

Gerrit Bartels, Tagesspiegel