Joachim Kalka Staub

Leseprobe Es ist eine alte romantische Vorstellung, dass das Unauffällige, Abseitige und Verachtete ein besonderes Geheimnis hat. Staub zum Beispiel. Im Krimi­nalroman schreiben sich ihm winzige Spuren ein, die Staubwolke, die das Nahen eines Reiters zeigt, ist ein halbvergessenes dramatisches Bild, Staub schwebt im Weltraum. Der Staub ist die Chiffre des Todes und der Vergänglichkeit, er bezeichnet das Schlachtfeld, wo die Helden »in den Staub gestreckt werden«. Er kann für eine große, ungestörte Stille stehen, und am Ende für die hinfällige und kostbare Normalität unseres Alltagslebens. Joachim Kalka hat sich auf die Suche nach staubigen Spuren gemacht und ist in Texten, Filmen und Bildern fündig geworden. Ein verblüffendes, elegantes Mosaik – nach dessen Lektüre wir den Staub auf dem Kaminsims plötzlich mit ganz anderen Augen sehen.


Joachim Kalka
Staub
152 Seiten · Halbleinen · fadengeheftet · 164 × 228 mm
Herbst 2019
ISBN 978-3-946334-61-3
EUR 22,00


Joachim Kalka
geboren 1948, lebt als Autor, Kritiker und Übersetzer in Leipzig. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verlieh ihm 1996 für sein... mehr



Rezensionen:


»Entsprechend vielfältig sind die kleinen Partikel [der Staub] denn im Verlauf der Zeit auch interpretiert worden, und ebendiesen verschiedenen Lesarten geht der Autor in seinem wunderbar assoziativen ›Montage-Essay‹ nach.«

Claudia Mäder, NZZ

»Joachim Kalka [belegt], dass sein Thema alles andere als angestaubt ist.«

Die literarische Welt

»Obwohl es dem Staub an Festigkeit mangelt, lauern in diesem Zeile um Zeile lohnenden Buch überall kleine Fallen.«

Judith v. Sternburg, Frankfurter Rundschau

»Dass die Kostbarkeiten, die im Staube glänzen, wie ungesucht auch immer, nicht allein für sich liegen bleiben, sondern in der ›Logik der Abschweifung‹ mit einem ebenso fundierten wie originellen Kontext angereichert werden, ist an Joachim Kalkas ›Montage-Essay‹ gerade das besonders Schöne.«

Julia Schröder, Stuttgarter Nachrichten

»Wir wissen jetzt: Wer Staub siebt, findet das Glück.«

Jutta Person, SWR Bestenliste

»Joachim Kalka bringt eine magische Substanz zum Leuchten und führt dabei von Lukrez über die Surrealisten bis zu Dagobert Duck. Staub wird bei ihm zum Erkenntnispulver.«

Jutta Person, Süddeutsche Zeitung

»Wer die Staubwolken und das Staubsieben nach der Lektüre dieses so gelehrten wie humorvollen Essays noch unterschätzt, dem ist nicht zu helfen.«

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

»[Kalka] zeigt so belesen wie unakademisch verspielt, was der Staub an kultureller Symbolik alles mitbringt«

NZZ Geschichte